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Fachzentren für Zwerchfellhernie

Bei Ungeborenen mit Zwerchfellhernien sind die vorgeburtliche prognostische Einschätzung, die Möglichkeiten einer kompetenten vor- und nachgeburtlichen Versorgung entscheidende Faktoren für einen günstigen Verlauf. 

Wirklich kompetente Beratung können Sie nur an spezialisierten Zentren erwarten!


Lassen Sie sich nach pränataler Diagnose nicht damit abspeisen, dass man erst nach der Geburt sehen könne, wie krank Ihr Kind ist!

Im Gegenteil! Daher lassen Sie sich an ein Kompetenzzentrum überweisen

Durch ausführliche vorgeburtliche Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchungen Ihres Kindes sollten zusätzliche Probleme erkannt oder ausgeschlossen werden könne. 

Auch lassen sich die Größe und Funktion der fetalen Lungen vorgeburtlich schon so gut abschätzen, dass relative zuverlässige Aussagen über die Intensivität der nachgeburtlichen Behandlung und die Gesamtprognose abgeben werden können.


In Deutschland bieten das DZFT in Mannheim, die Universitätsfrauenklinik in Bonn sowie das Universitätsklinikum Halle-Saale kompetente pränatale Diagnostik bei allen Erkrankungsgraden sowie als fetale Therapie den “fetoskopischen Trachealballonverschluss” bei Ungeborenen mit schweren Formen von Zwerchfellhernien an. 

Das Operationsverfahren dient der Verbesserung von Größe und Durchblutung lebensbedrohlich unterentwickelter fetaler Lungen.


Prof. Kohl vom DZFT beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Erkrankung und hat das von ihm mitentwickelte minimal-invasive fetoskopische Verfahren im Februar 2003 in Deutschland eingeführt. 

In enger Kooperation mit dem Kinderarzt Prof. Schaible vom Neonatalen ECMO-Zentrum am Universitätsklinikum Mannheim, einer der europaweit führenden Institutionen zur nachgeburtlichen Behandlung von Säuglingen mit Zwerchfellhernien, erreicht das DZFT gute Überlebensraten selbst bei schwer erkrankten Kindern: so konnte die Überlebensrate von Kindern mit linksseitiger Zwerchfellhernie in der Kombination prä- und postnatale Therapie auf etwa 70%, die von Kindern mit rechtsseitiger Zwerchfellhernie auf über 80% verbessert werden.

Am DZFT wurde auch eine neue sonographische Methode entwickelt, die prognostische Einschätzung der Erkrankungsschwere weiter zu verbessern. Gerne können Eltern hier auch eine Zweitmeinung erfragen.
Am Universitätsklinikum Bonn werden durch Prof. Berg seit 2011 Ungeborene mit Zwerchfellhernie pränatal versorgt, entbunden und auch nach der Geburt behandelt. 

Die Möglichkeit der ECMO-Behandlung besteht auch in Bonn. Die Bonner Arbeitsgruppe nimmt an Studien des sogenannten Eurofetus-Konsortiums teil, die die Wertigkeit des fetoskopischen Behandlungsverfahrens näher untersuchen möchten.
In Halle, am Unversitätsklinikum Halle-Saale führt Prof. Michael Tchirikov den fetoskopischen Trachealballonverschluss durch.

Die nachgeburtliche Behandlung von Babies mit Zwerchfellhernien ist meist langwierig und komplex! 

Daher lassen Sie Ihr Kind unbedingt in einer hochspezialisierten Kinderklinik (neonasales ECMO-Zentrum) behandeln! 

Wir informieren Sie, wo es bei seinem sowieso erschwerten Start ins Leben die besten Bedingungen vorfindet. 

Erkundigen Sie sich auch danach, ob auch für Sie entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten und Unterstützung vorgehalten werden. Der weiteste Weg lohnt sich!

Zu Ihrer Entscheidungsfindung, wo Ihr Kind nach der Geburt am optimalsten behandelt wird, lassen Sie sich unbedingt die folgende Fragen beantworten: 

  1. Wie viele Kinder mit Zwerchfellhernie werden an Ihrem Zentrum pro Jahr behandelt und operiert? An einem kompetenten Zentrum (sogenannte “High-Volume-Center”) werden mindestens 10 Kinder pro Jahr mit Zwerchfellhernien behandelt und operiert. Die mit über 15 Jahren größte Erfahrung in der nachgeburtlichen Intensivtherapie und operative Versorgung in Deutschland besteht am Universitätsklinikum Mannheim, Neonatales ECMO Zentrum (LINK). Hier werden pro Jahr etwa 60 Kinder pro Jahr behandelt.
  2. Wie hoch sind die Überlebensraten bei Kindern mit links- und rechtsseitiger Zwerchfellhernie? Bei Kindern mit schweren linksseitigen Hernien sollten an einem kompetenten Zentrum Überlebensraten von >60%, bei schweren rechtsseitigen Hernien von >75% erreicht werden. Bei Kindern mit leichteren Befunden sollten Überlebensraten von 80% und mehr erreicht werden.
    Unterscheiden können Sie beide Gruppen daran, ob nach der Geburt eine EMCO-Behandlung (extracorporale Membranoxygenierung = passagere Kunstlungentherapie) notwendig war. Für Kinder mit schwersten Zwerchfellhernien ist diese Behandlung eine wesentliche Vorraussetzung für ihr Überleben. Hieraus erschließt sich die nächste Frage:
  3. Wieviele Kinder pro Jahr behandeln Sie an Ihrem Zentrum mittels ECMO (extracorporale Membranoxygenierung = passagere Kunstlungentherapie)? Bei diesem aufwendigen Verfahren benötigt Ihr Kind rund um die Uhr ein Team aus hochspezialisierten Ärzten, Pflegepersonal und Medizintechnikern. Laut veröffentlichten Vorgaben der ELSO (Extracorporeal Life Support Organization) sollte das Verfahren an einem Kompetenzzentrum mindestens sechsmal pro Jahr durchgeführt werden. Diese Anzahl ist wohl aus politischen Gründen so niedrig angesetzt.


Lassen Sie sich nicht täuschen! Im Falle der nachgeburtlichen Behandlung von Kindern mit Zwerchfellhernie gilt tatsächlich, je häufiger, je besser!