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Wenn ein Baby stirbt

Viele Eltern sind so überwältigt vom Schmerz und dem Nicht-Begreifen-Können, dass alles einfach über sie hereinbricht. Niemand versteht betroffene Mütter und Väter so gut wie andere verwaiste Eltern. Auch beim BFVEK e.V. kennen wir dieses Gefühl aus eigener Erfahrung. Wir sind da, um frisch Betroffenen Unterstützung und Orientierung in den schlimmsten Momenten ihres Lebens zu geben. Wir sind auch da, um mit Ihnen den Weg aus der Trauer gemeinsam zu gehen.

„Wir haben uns gefreut auf unser Kind, haben uns entgegen der Prognosen für das Leben entschieden. Wir sind den schweren Weg gegangen, um unserem Kind jede Chance zu geben. Wir haben gehofft und gekämpft und doch am Ende den Kampf verloren. Auch wenn die Prognose schlecht war, so waren wir auf Leben eingestellt. Vorbereitet auf den Tod ist man nie.“

Was tun, wenn es dann doch passiert? 

Was tun, wenn mein Baby stirbt?


Abschied nehmen

Die herzzerreißenden Abschiedsmomente sind manchmal auch die erste Gelegenheit, bei der die Eltern ihr Baby richtig auf den Arm nehmen können.

Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig es für Eltern ist, ihr Kind in Ruhe kennenzulernen. Nehmen Sie sich dazu alle Zeit, die sie brauchen – diese Momente werden unwiederbringliche Erinnerungen.

Besprechen sie Ihre Wünsche mit dem Krankenhaus. 

Sie dürfen Ihr Kind baden, eincremen und anziehen. 

Sie können Kleider auswählen, selbst anfertigen oder das Kind in eine Decke hüllen. Schauen Sie vielleicht einmal bei Initiativen wie Nähen für Regenbogenkinder“ und „Sternenwutz“.

Fuß- und Handabdrücke oder auch eine Haarlocke sind wundervolle Erinnerungen an Ihr Baby.

Lassen Sie sich außerdem die Haarbürste, den Schnuller und das Namensbändchen Ihres Kindes geben. Auch solche kleinen Dinge sind einmal wertvolle Erinnerungsstücke.

Vielleicht möchten Sie, dass Angehörige und Freunde Ihr Kind kennenlernen können. Wenn Babys auf der Intensivstation versterben, ist dies oft die einzige Möglichkeit für die Familien, ihr jüngstes Mitglied zu sehen und kennenzulernen. Es macht Ihren Angehörigen den Umgang mit Ihnen und Ihrem Baby leichter und es erhält so einen festen Platz in der Familie.

Sie dürfen Ihr Baby so oft sehen wie sie möchten. Manche Eltern kommen nur einmal. Manche Eltern kommen viele Male. Wenn Sie stationär im Krankenhaus sind, dürfen Sie ihr Baby mit ins eigene Zimmer zu nehmen. In manchen Bundesländern dürfen Sie ihr Baby auch für 36 Stunden mit nach Hause nehmen und haben so die Möglichkeit viele wertvolle Momente mit Ihrem Kind zu erleben.


Bestattung und Trauerfeier

Oft wird es von Betroffenen positiv empfunden, sich in die Gestaltung der Bestattung einzubringen und so etwas für ihr verstorbenes Baby zu tun. Deutschlandweit gibt es Bestattungsunternehmen, die sich auf die Beisetzung von Babys spezialisiert haben und Sie bei der Umsetzung Ihrer Wünsche unterstützen.

Gestalten Sie das Moses-Körbchen oder den Sarg selbst, indem Sie z.B. ein Babyfell, ein Schlafsäckchen oder eine eigene Kuscheldecke hineinlegen.

Bemalen Sie den Sarg ruhig nach Ihren Vorstellungen. Auch Geschwisterkinder hilft dies oft, besser mit dem Verlust umzugehen. Sie dürfen Ihr Kind auch selbst in den Sarg legen oder bei der Einbettung dabei sein.

Schreiben Sie Ihrem Kind einen Brief. Sagen Sie ihm alles, was Ihnen auf dem Herzen liegt.

Gibt es Fotos, Kuscheltiere oder etwas anderes, das Sie Ihrem Baby mit auf die Reise geben möchten? Vielleicht auch Dinge, Bilder oder Spielzeug, das die Geschwisterkinder mit in den Sarg legen möchten?

Gestalten Sie Trauerkarten. Sie müssen nicht aussehen wie beim Tod eines Erwachsenen – Ihre Karten sind ebenfalls eine Möglichkeit, anderen von Ihrem Kind zu erzählen und können so individuell gestaltet sein wie Sie es möchten.

Das gilt auch für die Trauerfeier: Gestalten Sie sie nach Ihren Wünschen – ob Sie ein Wiegenlied für Ihr Kind spielen oder Luftballons in den Himmel steigen lassen möchten: Es ist Ihre Entscheidung.


Wie geht es dann weiter?

Der Weg aus der Trauer zurück ins Leben ist lang. Die Trauer bleibt. Das Weiterleben scheint schier unmöglich.

Ratschläge welcher Weg in der Trauerbewältigung der beste ist oder wieviel Zeit es brauchen wird lassen sich nicht geben. Wichtig ist zu wissen, dass jeder anders trauert. Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch. Trauer folgt auch keinen Zeitschienen.

Trauer ist wie ein Ozean:

Es gibt Wellen, Ebbe und Flut.

Manchmal ist das Wasser ruhig

und dann doch wieder sind die Wellen so hoch,

dass Du glaubst zu ertrinken.

Alles was Du tun kannst,

ist schwimmen zu lernen.

– Vicki Harrison –


Die Trauer wird ein fester Bestandteil in Ihrem Leben sein. Kämpfen Sie nicht dagegen an, sondern lassen Sie es zu.

  • Sprechen Sie regelmäßig mit Ihren Freunden. Erzählen Sie, von Ihrem Kind und von Ihren Gefühlen.
  • Sagen Sie Ihrem Umfeld was Sie brauchen, was Ihnen gut tut. Die Menschen um Sie herum möchten Ihnen beistehen, sind aber oft hilflos und möchten nichts Falsches tun, was oft von Betroffenen als Desinteresse interpretiert wird.
  • Äußern Sie Ihre Bedürfnisse und nehmen Sie Hilfe an.
  • Tragen Sie etwas an oder bei sich, das Sie mit dem Kind verbindet – Schmuck, ein Souvenir, ein Kleidungsstück.
  • Machen Sie ein Fotobuch von Ihrem Kind, so können Freunde und Bekannte Ihr Kind sehen
  • Vielleicht hilft es Ihnen, Ihre Gedanken und Gefühle aufzuschreiben oder auch Briefe an Ihr Kind zu schreiben.
  • Schaffen Sie einen Raum für Ihr Kind. Es kann ein Foto im Wohnzimmer sein, eine Gedenkecke oder das Grab.
  • Nehmen Sie sich aktiv Zeit für sich und ihr Kind. Zünden Sie täglich eine Kerze zur Erinnerung an oder nehmen Sie sich abends vorm Schlafengehen ein paar Minuten zur Zwiesprache mit Ihrem Kind.

Manche Eltern hilft es, den Weg zurück ins Leben gemeinsam anderen Betroffenen zu gehen. Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kann für verwaiste Eltern wohltuend sein. Man muss sich nicht dauernd erklären. Es entstehen neue Freundschaften mit Menschen, die einen verstehen.


Sternenkinderfotograf

Über das Portal Dein Sternenkind finden Sie sehr kurzfristig einen Fotografen, der Sie und Ihr Kind professionell ablichtet. Nutzen Sie unbedingt diese Option für bleibende Erinnerungen, auch wenn der Gedanke anfangs vielleicht etwas seltsam erscheint.

Sternenkindergruppen

Im Mittelpunkt dieser Gruppen trauernder Eltern stehen Sternenkinder, d.h. Kinder die während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Die Begleitung findet in der Regel durch spezielle Trauerbegleiter statt. Teilweise sind die Träger Organisationen wie die Malteser oder das Rote Kreuz, ein religiöser Bezug ist aber nicht erforderlich. Lokale Gruppen sind über Google zu finden.

Initiative Regenbogen

Die Initiative Regenbogen Glücklose Schwangerschaft e.V. unterstützt Familien, die ihr Kind während oder kurz nach der Schwangerschaft verloren haben. Auch hier finden Sie organisierte Gruppen und wichtige Informationen zu Themen wie Bestattung, Trauerbewältigung und Folgeschwangerschaften.

Weitertragen e.V.

Der Verein Weitertragen e.V. wurde von Eltern gegründet, die sich trotz einer ggf. lebensbegrenzenden Pränataldiagnose bewusst für das Austragen ihres Kindes entschieden haben. Es gibt zudem ein Forum, in dem Eltern, die ihre Kinder verloren haben, anderen in dieser schwierigen Lage beistehen. Auch Eltern, deren Kinder trotz einer solchen Diagnose mit oder ohne Einschränkungen überlebt haben, bringen sich dort ein. 

Die Muschel

Ein Forum und Chat für Eltern, die ihr Baby während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben.

Leona e.V.

Die Infoseite des Vereins chromosomal geschädigter Kinder.

VEID -Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.

Hilfe und Unterstützung für alle, die mit dem Tod eines Kindes leben müssen.

Selbsthilfegruppen

UnsereSternenkinder Rhein Main – Selbsthilfe Gruppe von Eltern für Eltern und Großeltern in Offenbach / Main

Bekleidung und Bettchen für den Abschied

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